Basiskompetenzen inklusive Mathematikdidaktik

Zusatzqualifikation: „Basiskompetenzen inklusive Mathematikdidaktik“

Die Zusatzqualifikation zielt auf Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst (LiVD) ab, die das Fach Mathematik nicht studiert haben, und erstreckt sich über zwei Halbjahre. In jedem Halbjahr finden fünf Blöcke à 4 Zeitstunden statt (20 Stunden pro Halbjahr), die in den regulären Seminarplan mit eingegliedert sind. Darüber hinaus sammeln die LiVD Unterrichtspraxis, in dem sie über diesen Zeitraum zwei Stunden wöchentlich Mathematik im Rahmen des begleiteten Unterrichts lehren.
Die Inhalte sind so konzipiert, dass die LiVD in jedem Halbjahr neu einsteigen können. Die Themengebiete sind deshalb in sich abgeschlossen.

Überblick über die Verteilung der Inhaltsbereiche auf die Halbjahre

1. Halbjahr (20 Std.)
1.1 Kompetenzbereiche im MU /
curriculare Vorgaben (2)
1.2 Pränumerik (4)
1.3 Basale Kompetenzen im
arithmetischen Anfangsunterricht (12)
1.4 Zahlraumerweiterung (2)

2. Halbjahr (20 Std.)
2.1 Rechenverfahren (2)
2.2. Sprachsensibler
Mathematikunterricht (2)
2.3 Sachrechenkompetenzen (12)
2.4 Förderung der Raumvorstellung /
grundlegende Kompetenzen des
Geometrieunterrichts (4)

Überblick über die Inhaltsbereiche
1.1 Kompetenzbereiche im Mathematikunterricht / curriculare Vorgaben (2 Stunden)
Im Fokus stehen die inhaltsbezogenen und prozessbezogenen Kompetenzen und deren Bedeutung für einen erfolgreichen Lernprozess der Schülerinnen und Schüler.

1.2 Pränumerik (4 Stunden)
Für die Diagnose von Rechenstörungen sind Einsichten in die Entwicklung mathematischer Vorläuferkompetenzen unerlässlich. Anhand eines Stufenmodells (de Vries) werden die wesentlichen pränumerischen Aspekte thematisiert (vgl. Literatur 1.2.1).

1.3 Basale Kompetenzen im arithmetischen Anfangsunterricht (12 Stunden)
Der mathematische Anfangsunterricht sollte präventiv möglichen Rechenstörungen entgegenwirken. Ein zentrales Ziel stellt dabei die Ablösung vom Zählenden Rechnen dar.

  • Fördereinheiten für heterogene Lerngruppen zur Entwicklung grundlegender
  • Kompetenzen im mathematischen Anfangsunterricht (vgl. Literatur: 1.3.1)
  • Auswahl und Einsatz didaktischer Arbeitsmittel
  • Fördermöglichkeiten zum Erwerb eines umfassenden Zahlverständnisses
  • Operationsverständnis (intermodaler Transfer, EIS Prinzip)
  • Multiplikations- und Divisionsbegriff (vgl. Literatur: 1.3.6)
  • Förderdiagnostik im Anfangsunterricht: Informelle Tests, Verfahren, Diagnose und
  • Förderbausteine, unterrichtsimmanente Diagnostik im gemeinsamen Unterricht1.4 Zahlraumerweiterung (2 Stunden)
    Die Einsicht in unser dekadisches Stellenwertsystem ist eine basale Kompetenz die häufig nach der Grundschule nicht gesichert ist. Fehlende Basiskompetenzen führen dann in der Sekundarstufe 1 zu Lernschwierigkeiten. Das Konzept „Mathe sicher können“, welches erarbeitet werden soll, ist ein Diagnose und Förderkonzept zur Sicherung mathematischer Basiskompetenzen aus der Grundschule (vgl. Literatur 1.4.1) und daher besonders für 5. und 6. Klassen im inklusiven Kontext interessant.
  • Zahldarstellung, Schreib- und Sprechweise, Zahlbeziehungen
  • Das Diagnose- und Förderkonzept zur Sicherung mathematischer Basiskompetenzen – Diagnostik und Förderung der Basiskompetenzen – sowie der Einsatz im inklusiven Unterricht (vgl. Literatur: 1.4.1)
  • Übersicht über weitere Basiskompetenzen

2.1 Rechenverfahren (4 Stunden)
Halbschriftliche und Schriftliche Rechenverfahren stellen ein zentrales Element im Mathematikunterricht dar. Insbesondere für Schülerinnen und Schüler, die Lernschwierigkeiten im mathematischen Bereich zeigen, ergeben sich neben der Bedeutung als Kulturtechnik Chancen, ein vertieftes Verständnis für Rechenoperationen und unser dezimales Stellenwertsystem aufzubauen.

  • Einführung halbschriftlicher Rechenverfahren
  • Einführung schriftlicher Rechenverfahren
  • Fehlerdiagnostik: häufiger Fehler und Fördermöglichkeiten

2.2 Sprachsensibler Mathematikunterricht (2 Stunden)
Wie wichtig ein sprachsensibler Mathematikunterricht für die Begriffsbildung ist, wird schon bei den Schwerpunkten des Anfangsunterrichts (Zahlbegriffsbildung, Operationsverständnis) thematisiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Fachsprache, dem Verwenden und dem Verständnis von Fachbegriffen oder dem Beschreiben von Lösungswegen und Zusammenhängen.
Darüber hinaus wird dieser Thematik aufgrund zahlreicher Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund eine immer größere Bedeutung beigemessen.

  • Lilo Verboom: Das WEGE Konzept (Wortspeicher, Einschleif-Übungen, Ganzheitliche Übungen, Eigenproduktionen) – (vgl. Literatur: 2.2.3)
  • Die Umsetzung wird an Beispielen aus der Praxis erarbeitet (vgl. z.B. Literatur: 2.2.1, 2.2.2)

2.3 Sachrechenkompetenzen (12 Stunden)
Schülerinnen und Schülern haben häufig Schwierigkeiten beim Lösen von Sachaufgaben, daher stellt der Erwerb von Sachrechenkompetenzen ein zentrales Ziel des Mathematikunterrichts dar.

  • Funktionen des Sachrechnens (Winter)
  • Sachrechnen und Modellieren: Welche Sachrechenkompetenzen müssen erworben werden?
  • Möglichkeiten der Förderung: Übungen zu Teilkompetenzen, Bearbeitungshilfen (Skizzen, Hilfen zum Textverständnis, usw.), …
  • Didaktischer Stufengang bei der Erarbeitung von Größenbereichen (Längen, Gewicht, Rauminhalt, …)
  • Sachaufgaben in Abschlussarbeiten: Welche Kompetenzen werden für verschiedenen Abschlüsse erwartet? (Beispiele aus allen Kompetenzbereichen – zieldifferenter Unterricht in der Sek 1).

2.4 Förderung der Raumvorstellung / grundlegende Kompetenzen des Geometrie- unterrichts (4 Stunden)
Neben der Aufarbeitung der curricularen Vorgaben zu diesem Thema wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Bedeutung des räumlichen Vorstellungsvermögens gesetzt. Auffälligkeiten in diesem Wahrnehmungsbereich stehen häufig im Zusammenhang mit Lernauffälligkeiten beim Rechnen.

Leistungsnachweise
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden eine regelmäßige Anwesenheit und eine aktive Mitarbeit in den Seminaren erwartet. Am Ende der Zusatzqualifikation findet ein 20minütiges Kolloquium statt.

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